Wildtiere in Deutschland: Selbstverteidigung bei Wolf, Wildschwein und Co

In den letzten Jahren ist unser Bewusstsein für die Umwelt, die Natur und Wildtiere gestiegen. Verschiedene Wildtiere wurden wieder in Deutschland angesiedelt, ihre Lebensräume werden geschützt und Jagdverbote ausgesprochen. Das hat zur Folge, dass sich bestimmte heimische Wildtiere wie der Wolf wieder vermehrt in Deutschland angesiedelt haben. Auch andere Tierarten wie der Luchs, der Elch und der Bär wurden zumindest schon vereinzelt in Deutschland gesichtet. Eine Rückkehr hin zur ursprünglichen Artenvielfalt der deutschen Wälder: Für viele Menschen ist das ein Grund zur Freude. Aber Raubtiere wie der Wolf lösen auch Ängste aus. Muss man Angst vor Wolfsangriffen auf Menschen haben? Und wie verhält man sich am besten, wenn man einem Wildschwein begegnet? Wir haben die wichtigsten Informationen für Ihre Sicherheit beim nächsten Waldspaziergang zusammengestellt.

Der Wolf: So verhindert man Wolfsangriffe auf Menschen

Der Wolf ist das beste Beispiel für die erfolgreiche Wiederansiedlung von heimischen Wildtieren in Deutschland. Es ist sehr schwer, die genaue Zahl der in Deutschland ansässigen Wölfe zu schätzen und die Schätzungen unterschiedlicher Institutionen weichen stark voneinander ab – aber die Population stabilisiert sich immer weiter und nähert sich dem sogenannten „günstigen Erhaltungszustand“ an. Da ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass Sie einem Wolf im Wald begegnen. So sollten Sie sich dann verhalten, um einen Wolfsangriff auf Menschen zu vermeiden:

• Machen Sie sich groß, stellen Sie sich breitbeinig hin und versuchen Sie generell, möglichst stark und selbstbewusst aufzutreten.

• Machen Sie Lärm. Klatschen Sie laut in die Hände und rufen Sie etwas wie „Hau ab!“. Besonders praktisch: Personal Alarms, mit denen Sie per Knopfdruck einen lauten, schrillen Ton auslösen können, schlagen den Wolf in aller Regel sofort in die Flucht.

Werfen Sie nichts nach dem Wolf. Falls es sich um einen jungen, neugierigen Wolf handelt, könnte das seinen Spieltrieb triggern.

• Machen Sie keine schnellen Bewegungen. Wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs oder joggen sind, halten Sie inne und fahren Sie erst wieder fort, nachdem Sie den Wolf verscheucht haben. Sonst könnte der Wolf Sie für flüchtende Beute halten.

Wölfe stellen in aller Regel keine Bedrohung für den Menschen dar. Es handelt sich zwar um wilde Raubtiere, aber Sie sind scheu und lassen sich sehr leicht verscheuchen. Eine besondere Situation ist aber die Wolfsbegegnung mit Hund. Hunde werden vom Wolf als Eindringling im eigenen Revier wahrgenommen und können eher zu aggressivem Verhalten führen. Unsere Tipps für Wolfsbegegnungen mit Hund:

• Nehmen Sie Ihren Hund sofort zu sich an Ihren Körper und halten Sie ihn gut fest.

• Generell sollten Sie Ihren Hund nicht ohne Leine laufen lassen, wenn Sie sich in einem ausgewiesenen Wolfsgebiet aufhalten.

Verscheuchen Sie den Wolf mit den vorgeschlagenen Mitteln.

• Gehen Sie erst weiter, wenn der Wolf sich von Ihnen entfernt hat, und lassen Sie Ihren Hund an der Leine.

• Ebenfalls eine besondere Situation: Sie treffen beim Ausreiten auf einen Wolf. Steigen Sie vom Pferd, bleiben Sie nah neben dem Pferd und verscheuchen Sie den Wolf. Reiten Sie erst weiter, wenn der Wolf sich vollständig von Ihnen entfernt hat.

Das richtige Verhalten bei Wildschweinen: So schützen Sie sich bei Wildschweinen im Wald

Wildschweine sind in vielen verschiedenen Wäldern Deutschlands anzutreffen. Obwohl der Wolf in vielen Mensch eine Urangst weckt, ist das Wildschwein ganz klar das gefährlichere Tier, das Sie im Wald treffen können. Um Wildschweine zu vertreiben und sich nicht in Gefahr zu bringen, müssen Sie sich unbedingt richtig verhalten:

• Positionieren Sie sich so, dass das Wildschwein eine einfache Fluchtmöglichkeit hat und sich nicht bedrängt fühlt.

• Ziehen Sie sich langsam und mit ruhigen Bewegungen zurück, damit sich das Wildschwein nicht von Ihnen bedroht fühlt.

• Achten Sie auf die Körpersprache des Wildschweins: Schnaufen, ein aufgestellter Schwanz und Zähneklappern deuten auf einen baldigen Wildschweinangriff hin.

• Machen Sie sich groß und versuchen Sie, das Wildschwein durch Lärm in die Flucht zu schlagen, wenn es aggressiv wirkt. Auch hier bieten sich wieder Personal Alarms an.

• Da Wildschweine im Wald sehr gefährlich sein können – vor allem, wenn es sich um die weibliche Bache mit Frischlingen handelt – sollten Sie eine Begegnung am besten ganz vermeiden: Bleiben Sie auf den Waldwegen, entsorgen Sie keinen Müll oder Essensreste im Wald und beschränken Sie Ihre Waldspaziergänge auf den helllichten Tag.

Andere Wildtiere in Deutschland müssen Sie bei Ihrem Waldspaziergang nicht fürchten. Die Sichtung von Bären beschränkt sich höchstens auf Einzeltiere, die alle paar Jahre aus angrenzenden Ländern durch Deutschland spazieren, Luchse sind sehr scheu und werden sofort vor Ihnen flüchten, genau wie Füchse. Ihren nächsten Spaziergang im Wald können Sie also angstfrei genießen – am besten mit Personal Alarms in der Tasche.

 

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